Wer ist Aurel?
Die kurze Antwort: ein kleiner weisser Hund, der den Haushalt macht und dabei jedes Mal das falsche Gerät erwischt.
Die längere Antwort fängt woanders an. Nämlich bei dir.
Du machst alles. Keiner merkt es.
Du räumst auf, und zwei Stunden später sieht es aus wie vorher. Du kochst, und jemand fragt, ob noch Brot da ist. Du bringst den Abfall runter, wäschst, bügelst, denkst an den Zahnarzttermin von jemand anderem — und am Abend hat niemand etwas gesagt. Nicht aus Bosheit. Es ist einfach keinem aufgefallen.
Das ist kein grosses Drama. Es ist nur zermürbend, und es passiert jeden Tag.
Aurel kennt das. Mit einem Unterschied: Bei ihm merkt es jeder.
Der Montag, an dem es passiert ist
Am Montag sind sie um sieben gegangen. Am Kühlschrank hing ein Zettel mit dreissig Punkten.
Niemand in diesem Haus weiss, dass Aurel lesen kann. Er ist ein West Highland White Terrier, er wohnt in der Schweiz, und er darf nicht an die Waschmaschine. Er hat den Zettel gelesen und ihn für einen Auftrag gehalten.
Er hat alle dreissig Punkte erledigt, bevor jemand heimkam — und jeden einzelnen davon mit dem falschen Gerät. Die Bettwäsche kam in die Mikrowelle. Die Socken in den Toaster. Die Pfannen in die Waschmaschine, und der Kuchen kam mit der Bohrmaschine aus der Form.
Irgendwo zwischen Nummer elf und Nummer zwölf war er achtunddreissig Minuten im Ausland. Das stand nicht auf dem Zettel. Das hat er sich selber dazugeschrieben.
Dreissig von dreissig. Um Viertel vor acht. Von einem Hund. Ohne Schlüssel.
Warum er nie entschuldigend guckt
Das ist der eigentliche Witz, und wer ihm eine Weile zusieht, merkt es. Aurel macht nie das Gesicht, das Hunde machen, wenn sie wissen, dass sie etwas angestellt haben. Er guckt nicht schuldbewusst. Er guckt konzentriert.
Er erzählt seine Geschichten mit eigenen Worten: würdevoll, genau, leicht beleidigt und vollkommen überzeugt, im Recht zu sein. Die Absicht war jedes Mal einwandfrei. Das Gerät war meistens das falsche. Für ihn sind das zwei völlig verschiedene Dinge, und nur das erste zählt.
Genau deshalb lachen Menschen über ihn, die sonst abends zu müde zum Lachen sind. Aurel tut das, was wir uns alle manchmal wünschen: Er macht einfach weiter, sieht gut dabei aus und entschuldigt sich für gar nichts.
Warum es ein Buch gibt
Aurels Videos werden pro Woche über eine Million Mal angesehen. Auf TikTok, Instagram, Facebook, YouTube und Pinterest sieht man ihn Hemden bügeln, Teppiche saugen, Blumen giessen und Kartoffeln schälen — immer in Pyjama und Schürze, immer mit dem Gerät, das am wenigsten dafür gedacht war.
Ein Video dauert zehn Sekunden. Ein ganzer Montag dauert länger. Im Buch steht er vollständig: alle dreissig Aufgaben, der Reihe nach, mit Uhrzeit — und zu jeder ein ganzseitiges Foto von dem, was er tatsächlich angestellt hat.
Lass nie einen Hund den Haushalt machen
Band 1. Ein Hund. Ein Zettel mit dreissig Punkten. Und dreissig Geräte, die es nicht überlebt haben. 102 Seiten, über 40 Farbfotos.
Taschenbuch 17,99 € · Hardcover 27,99 €
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Was passiert, wenn du es nicht tust
Ehrlich? Nichts Schlimmes. Es wird ein Abend wie der gestrige. Und zu Weihnachten liegt wieder eine Kerze unter dem Baum, über die niemand gelacht hat.
Der Unterschied ist klein. Aber er ist der Grund, warum es dieses Buch gibt.
Und Band 2?
Daran arbeitet er bereits. Er sagt, diesmal lese er die Anleitung vorher ganz.
Wir glauben ihm kein Wort.